Werk der Woche - Erich Wolfgang Korngold: Die tote Stadt

Die tote Stadt ist eine der meistgespielten Opern des 20. Jahrhunderts. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses erfolgreiche Werk in Großbritanien bisher noch nicht aufgeführt worden ist. Nun aber steht die Britische Erstaufführung bevor: Sie findet am 27. Januar 2009 in London im Royal Opera House Covent Garden, unter der musikalischen Leitung von Ingo Metzmacher statt. Regie führt Willy Decker, dessen Inszenierung schon bei den Salzburger Festspielen 2004, der Wiener Staatsoper, der Nederlandse Opera Amsterdam, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona und am War Memorial Opera House in San Francisco zu sehen war.
Die Inszenierung von Willy Decker, der sich eng an das Libretto hält, fand bei den Salzburger Festspielen 2004 beim Publikum sehr großen Anklang. Er kommt dabei mit wenigen Requisiten aus und schafft eine Bühne „welche die rasch wechselnden, in sich verschränkten Ebenen eines Traumlebens fabelhaft sichtbar macht“ (NZZ). Einen Eindruck dieser überaus erfolgreichen Produktion können Sie sich anhand dieses Videos der Aufführung in San Francisco verschaffen:
Im Mittelpunkt des Geschehens ist hier zumeist das Gemälde von Marie zu sehen. Um sie trauert ihr Ehemann Paul - er gibt sich dem Wahn hin und sieht in der Tänzerin Marietta die Reinkarnation seiner Frau. Durch die Handlung und durch die schweren, dekadenten Klänge des spätromantischen Riesenorchesters verbreitet Die tote Stadt ein Gefühl von Weltschmerz. Darin liegt auch der Erfolg des Werks begründet, das Korngold im Alter von 23 Jahren komponierte und das sich nach der Uraufführung schnell auf den Spielplänen beinahe aller deutscher Bühnen wiederfand.
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