Werk der Woche - Chaya Czernowin: Sheva



Experimente mit offenem Ausgang – dafür stehen seit jeher die Donaueschinger Musiktage. Chaya Czernowin ist dort in diesem Jahr Teil eines ungewöhnlichen Projekts: The Dialogue Experiment. Am 19. Oktober führt das Stuttgarter Ensemble ascolta ein abendfüllendes Programm auf, das im dialogischen Prozess von sieben Komponisten entstand. Das Septett Sheva (hebräisch für 'Sieben') ist Czernowins Beitrag in dieser Kollektiv-Komposition.
 
Ihre Partner – die Komponisten Rick Burkhardt, Peter Edwards, Michelle Lou, Chris Mercer, Ming Tsao und Rob Wannamaker – sind allesamt ehemalige Studenten ihrer Kompositionsklasse. Nicht das individuelle, fertige Werk steht im Vordergrund, sondern der Dialog der beteiligten Komponisten im Kompositionsprozess und die mitschöpfende Realisierung durch die Musiker bis zum Uraufführungstermin.
 
Schon seit längerer Zeit interessiert sich Czernowin für musikalische Formen, die aus der Konfrontation mit bestehendem, fremdem Material erwachsen. Über Sheva sagt sie: "In diesem Werk werden sehr unterschiedliche Formen von ‚Klang-Klumpen’ durch fragile Klanglinien miteinander verbunden. Dies geschieht in der gleichen Weise, in der in The Dialogue Experiment die individuellen Beiträge durch verbindende Materialteile zusammengehalten werden. Einige dieser ‚Klang-Klumpen’ habe ich als eine Art kleine Hommage den anderen teilnehmenden Komponisten gewidmet. In diesem Sinne ist Sheva eine Reflektion des gesamten ‚Dialogue Experiments’."
 
Nach den Donaueschiner Musiktagen wird das Dialogue Experiment am 15. November beim Festival Wien Modern 2008 noch einmal durchgeführt.

(17.10.2008)



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