Uraufführung der Neufassung von Herbert Willis Oper "Schlafes Bruder"

Herbert Willis erste Oper Schlafes Bruder, entstanden im Jahr 1996, greift zentrale Motive des gleichnamigen Romans von Robert Schneider auf. Sie erzählt die Geschichte des Musikers Elias Alder, der als junger Mensch eine innere überwältigende Hörvision erlebt. Seither verfügt er zwar über ein überfeinertes Gehör und kann sogar die Schneeflocken fallen hören, zugleich aber erlebt er schmerzlich die Grenzen der Sprache als Kommunikationsmittel. So können menschliche Beziehungen, vor allem die Liebe zu Elsbeth, nicht gelingen. Trotzdem haben Herbert Willi und Librettist Robert Schneider sich entschlossen, die Oper anders als den Roman mit einer Schlussszene zu beenden, die Hoffnung gibt. Der Grund dafür ist die Existenz der Musik, die, jenseits von Sprache, in ihrer Schönheit und Erhabenheit neue Möglichkeiten des Verstehens eröffnet.
 
Zehn Jahre nach der Entstehung hat sich Herbert Willi zu einer Revision von Schlafes Bruder entschlossen, die am 29. März vom Stadttheater Klagenfurt uraufgeführt werden wird. Willi erläutert, welche Erkenntnisse ihn dazu bewogen haben: „Obwohl das Hörwunder schon von Anfang an im Zentrum meiner Oper stand, gab es dafür nie eine Musik. Es hat lange gedauert, bis diese Klänge zu mir kamen, vielleicht, weil es mir lange unmöglich erschien, diesen ungeheuerlichen Vorgang musikalisch zu schildern. Darüber hinaus habe ich einen neuen Prolog für meine Oper geschrieben und den Monolog am Ende stark überarbeitet, so dass er jetzt in engem inneren Zusammenhang mit der Oper steht. Jetzt gibt es im Verhältnis von Musik und Sprache viel mehr Musik. Das Geschehen wird nun auf drei verwobenen, aber selbständigen Ausdrucksebenen geschildert: Einmal nur mit instrumentalen Klängen im Prolog, dann in Verbindung von Musik und Text in der eigentlichen Oper und noch einmal, im Schlussmonolog, allein mit der schließlich verstummenden Sprache.“
 
Der Österreicher Herbert Willi zählt zu den international renommierten Komponisten. Seine Werke werden von namhaften Solisten, Dirigenten und Orchestern auf der ganzen Welt gespielt, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, Cleveland Orchestra, Philadelphia Orchestra und New Japan Philharmonic Orchestra unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Muti, Seiji Ozawa und Christoph von Dohnányi. In den letzten Jahren war Herbert Willi composer in residence bei verschiedenen Festivals, unter anderem beim Pacific Music Festival Sapporo in Japan.


 Herbert Willi - Profil, Werke, Konzerte, Noten, CDs

 Stadttheater Klagenfurt
(28.02.2008)



Weitere News der Rubrik News von Schott Mainz
Weitere News der Rubrik Komponisten-News
News-Suche  Artikel weiterempfehlen

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter