Werk der Woche - Toshio Hosokawa: Fluss

Das Arditti Quartet (Foto) feiert 2014 sein 40-jähriges Bestehen und setzt sich mit unverminderter Verve für zeitgenössische Streichquartett-Kompositionen ein. Am 24. Oktober wird das Ensemble in der Kölner Philharmonie Toshio Hosokawas neues Werk Fluss uraufführen. Mit dem japanischen Komponisten verbindet das Quartett eine langjährige Zusammenarbeit. Bei der neuen Komposition handelt es sich um ein Konzert für Streichquartett und Orchester, einer seltenen Besetzung, für die z.B. auch Spohr, Schönberg und Martinů Stücke geschaffen haben. Hosokawa lässt sich oft von japanischer Poesie und fernöstlichem Naturverständnis inspirieren, und so fügt er seinem Werk Fluss die Zeile "Ich wollt‘, ich wäre ein Fluss und Du das Meer" als Untertitel bei.

Viele meiner Werke sind stark mit der Natur verbunden, wie man schon an den Titeln sieht. "Circulating Ocean", "Voice from the Ocean", "Skyscape", "Blossoming" haben ausschließlich Meer, Himmel oder Blume zum Thema. Ich glaubte, dass mein Interesse dafür zutiefst aus der Tradition der japanischen Poesie kommt. Fast alle traditionellen Künste Japans nehmen die Natur zum Thema. In Sympathie zur Natur wird der Mensch ein Teil von ihr, er stellt seine Sympathie in Form von Musik, Dichtung und Tanz dar. – Toshio Hosokawa

Hosokawa, der am Tag vor der Uraufführung seinen 59. Geburtstag feiert, hat seit den 1980er Jahren bereits einige Werke für Streichquartett vorgelegt, u.a. Urbilder, Silent Flowers und Blossoming. Sein jüngstes Quartett mit dem Titel Small River in a Distance wurde bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik 2014 ebenfalls vom Arditti Quartet erstmals aufgeführt.

Die Uraufführung von Fluss wird am 24.10. von WDR 3 live übertragen. Einen Tag später erlebt das Werk seine belgische Erstaufführung, wenn das Konzert im Concertgebouw Brügge wiederholt wird. Das Arditti Quartet wird begleitet vom WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Peter Rundel.

Foto: Astrid Karger

 

 

(20.10.2014)

 

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20.10.2014

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