Die Gründerjahre
Der Schott-Verlag wurde im Jahr 1770, dem Geburtsjahr Beethovens, von Bernhard Schott (1748 - 1809) in Mainz gegründet. Das im Jahr 1792 im Stil eines Patrizierhauses erbaute Verlagsgebäude ist nach wie vor Hauptsitz des Unternehmens und steht heute unter Denkmalschutz. Zur Gründungszeit gab es in Mainz ein blühendes kulturelles Leben und eine reich beschäftigte kurfürstliche Hofkapelle. Bernhard Schott erhielt 1780 das "privilegium exclusivum" und das Prädikat "Hofmusikstecher". Es bedeutete, dass innerhalb des Kurfürstentums die von ihm hergestellten Werke nicht nachgestochen oder verkauft werden durften. Schott benutzte als einer der ersten Verlage das Vervielfätigungsverfahren der Lithographie. So konnte das Notenmaterial bald in einer hohen Auflage gedruckt und verbreitet werden.
Schnell etablierte sich das Verlagshaus über die Grenzen Deutschlands hinaus. Schon 1823 gründete Schott eine Niederlassung in Antwerpen, sieben Jahre später eröffnete die Dependance in Brüssel, bald folgten weitere in Musikzentren wie London, Wien, Paris und Leipzig.
Von Anfang an war es das Engagement für die Zeitgenössische Musik, das den Verlag international bekannt gemacht hat. Zu Beginn zählten Werke von Komponisten der Mannheimer Schule wie Carl Stamitz und Georg Joseph Vogler sowie virtuose Gesellschaftsmusik und Spielopern zum Repertoire. Die Herausgabe der Klavierauszüge und Erstausgaben der Mozartopern Don Giovanni und Die Entführung aus dem Serail gehören zu den ersten Höhepunkten der frühen Verlagsgeschichte. Bald kamen wichtige Spätwerke von Ludwig van Beethoven hinzu, darunter die neunte Symphonie mit dem berühmten Schlusschor Freude schöner Götterfunken, die Missa Solemnis sowie zwei der letzten Streichquartette.
Abbildung: Dekret von 1780, in dem Bernhard Schott vom Kurfürsten das "Privilegium exclusivum" und den Titel "Hofmusikstecher" erhält. (Autograph)
Weitere Informationen zum Notenstich finden Sie unter www.wega-verlag.de
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